Discovery Castle

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St. Bartholomew's Church & Hunting lodge

Germany  St. Bartholomä, Kirche und Jagdschloss


Type: Castle with Church
Construction started: 1868
Status: preserved
Sightseeing: church and
outdoor area free
Adress: 83471 Schönau am Königssee
Germany
Website: koenigssee.com

St. Bartholomä
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St. Bartholomä, früher St. Bartholomäus, ist eine Wallfahrtskapelle am Westufer des Königssees auf der Halbinsel Hirschau. Die sehr kleine Siedlung auf der Halbinsel ist ein Ortsteil der Gemeinde Schönau am Königssee. Die Halbinsel ist nur per Schiff bequem erreichbar; zu Fuß ist sie lediglich über lange, teils hochalpine Wege zugänglich. Die Kapelle stammt in einigen Teilen noch aus dem 12. Jahrhundert. Seit dem 17. Jahrhundert ist sie im Stil des Barock gestaltet. St. Bartholomäus galt als Schutzherr der Almbauern und Sennerinnen.


Die Kapelle besitzt zwei unterschiedliche Zwiebeltürme und rote Kuppeldächer. Der Grundriss ähnelt der Form des Salzburger Domes. Die Kirche enthält Stuckaturen des Salzburger Künstlers Josef Schmidt und einen Dreikonchenchor, die Altäre in den einzelnen Konchen sind jeweils St. Bartholomäus, St. Katharina und St. Jacobus geweiht.

St. Bartholomä gehört zur katholischen Pfarrei Unterstein mit Sitz in Unterschönau, die deckungsgleich mit der Gemeinde Schönau am Königssee ist.


Geschichte

Vorgängerbau der heutigen Kirche von St. Bartholomä war laut einer Urkunde eine „bescheidene Kapelle“ mit „Spitzhelm“, die am 24. August 1134 als Basilica Chunigesee eingeweiht und 1522 mit dem päpstlich verbrieften Recht ausgestattet wurde, Ablasszahlungen entgegenzunehmen. 1697 und 1698 ist diese Kapelle abgerissen und als Kuppelbau neu errichtet worden. Weitere bauliche Veränderungen ließ im 18. Jahrhundert Fürstpropst Cajetan Anton Notthafft von Weißenstein vornehmen.

Der bayerische König Ludwig II. ließ die baufällige Kapelle aus seiner Kabinettskasse restaurieren, nachdem die dafür zuständige Kirchenstiftung St. Andrä in Berchtesgaden leistungsunfähig geworden war. Geweiht wurde die Kapelle am 25. Juli 1868.

Das zuvor im „ausmärkischen Forstbezirk St. Bartholomä“ liegende Jagdschloss wurde 1903 als Exklave mit einer Fläche von 8,1 Hektar in die Gemeinde Königssee eingegliedert, welche ihrerseits 1984 zu Schönau am Königssee eingemeindet wurde. Am 1. Januar 1984 kam der große Rest (6497,73 Hektar bzw. 64,98 km²) des bis dato gemeindefreien Forstbezirks ebenso zur Gemeinde Schönau am Königssee, zusammen mit dem dazwischen liegenden Forstbezirk Königssee (383,88 Hektar). Nach Auflösung der gemeindefreien Gebiete Forstbezirk St. Bartholomä und Forstbezirk Königssee und ihrer Eingliederung in die Gemeinde Schönau am Königssee 1984 entfiel auch die Exklaveneigenschaft des Gebäudeensembles von St. Bartholomä. Das kleine Gebiet wurde dabei auch von der Gemarkung Königssee in die Gemarkung St. Bartholomä verschoben.


Übrige Gebäude

Mit St. Bartholomä ist im Sprachgebrauch nicht nur die Kapelle, sondern der gesamte Gebäudekomplex auf der Halbinsel gemeint. Auch in der amtlichen Statistik umfasst St. Bartholomä die gesamte Siedlung (Gemeindeteil: Einöde). Neben der Kapelle befindet sich das ehemalige Jagdschloss, welches in den Jahren 1506 bis 1522 aus einem Fischerhaus aus dem 14. Jahrhundert entstand und anschließend mehrmals umgebaut wurde. Das Gebäude war bis 1803 eine Beherbergungsstation der Berchtesgadener Fürstpröpste. Nach 1810, als das Gebiet der Fürstpropstei Berchtesgaden dem Königreich Bayern angegliedert wurde, diente es den Wittelsbachern als Jagdschloss. Heute ist es eine Gaststätte. Dazu kommen noch ein Souvenirstand, ein Informationsbüro des Nationalparks Berchtesgaden (früher eine Holzknechtshütte), das Watzmannostwand-Lager, die Königssee-Fischerei und einige weitere Gebäude.


Erreichbarkeit

Es verkehren ganzjährig Elektroboote der Schifffahrt Königssee von Dorf Königssee nach St. Bartholomä. Auf Fußwegen ist St. Bartholomä nur in mehrstündigen Wanderungen zu erreichen, wobei man erhebliche Höhenunterschiede zurücklegen muss. Von Schönau bzw. der Ortschaft Königssee aus führt ein Weg zunächst entlang der Bob- und Rodelbahn Königssee, dann über den Klingersteig hinauf zur Kührointalm (1420 m), weiter zur Archenkanzel und wieder hinunter über den Rinnkendlsteig. Die Gehzeit beträgt etwa vier bis fünf Stunden.


Almer Wallfahrt

Jedes Jahr ist St. Bartholomä am Samstag nach dem 24. August (Bartholomäustag) das Ziel der traditionellen Almer Wallfahrt. Es handelt sich um die älteste Gebirgswallfahrt Europas, ihre Anfänge gehen vermutlich auf die Zeit um 1635 zurück. Die Wallfahrer, im Jahr 2006 waren es über zweitausend, steigen in einem langen Fußmarsch, beginnend in Maria Alm im österreichischen Pinzgau, über die Ramseider Scharte mit dem Riemannhaus und den Funtensee durch das Steinerne Meer nach Sankt Bartholomä ab. Ursprüngliches Ziel der Pilger war die Kirche in Dürrnberg. Nachdem am 23. August 1688 mehr als 70 Wallfahrer beim Übersetzen im Königssee ertrunken waren, wurde St. Bartholomä Ziel der Pilger.


Tourismus

An Wochenenden mit schöner Witterung wird St. Bartholomä von Tausenden Touristen per Schiff aufgesucht. Sobald nachmittags das letzte Schiff zum Dorf Königssee zurückgefahren ist, kehrt in St. Bartholomä Ruhe ein; lediglich die Aspiranten für die Watzmann-Ostwand haben das Recht, auf Hirschau zu übernachten.

Am 29. Januar 2006 waren zirka 60.000 Menschen auf dem zugefrorenen Königssee unterwegs, wovon ein Großteil auch St. Bartholomä erreicht haben dürfte.


Quelle: Wikipedia


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