Discovery Castle

Facebook
Twitter
Instagram
Youtube

Berwartstein Castle

Germany   Burg Berwartstein


Type: Castle
First mention: 1152
Last rebuilding: 19th century
Status: parts preserved
Sightseeing: Museum chargeable
outdoor area free
Adress: 76981 Erlenbach bei Dahn
Germany
Website: Burg Berwartstein

Responsives Bild
Responsives Bild

Who wants to know exactly ...


Der Berwartstein, stets mit Artikel und auch (hochdeutsch) Bärbelstein oder (pfälzisch) Bärwelstein genannt, ist eine mittelalterliche Felsenburg im südlichen Pfälzerwald, dem deutschen Teil des Wasgaus, im Landkreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz). Die Burg wurde – 300 Jahre nach ihrer Zerstörung durch Blitzschlag – wieder aufgebaut und ist als einzige im Wasgau noch bewohnt.

Der Berwartstein wurde 1152 erstmals urkundlich erwähnt als Geschenk von Kaiser Friedrich Barbarossa an den damaligen Speyerer Bischof Günther von Henneberg. Deshalb wird angenommen, dass die Burg ursprünglich zu den Befestigungsanlagen der salischen und staufischen Herrscher gehörte, die in Südwestdeutschland ihre Stammlande hatten.

Ab 1201 trat ein nach der Burg benanntes Rittergeschlecht auf, die Herren von Berwartstein, die als speyerische Ministerialen die Burg zu verwalten hatten. Weil den Berwartsteinern räuberische Handlungen vorgeworfen wurden, wurde die Burg 1314 durch Truppen der elsässischen Städte Straßburg und Hagenau belagert, eingenommen und zerstört. Nach dem recht bald erfolgten Wiederaufbau stand die Burg im Eigentum der Berwartsteiner, bis deren Geschlecht im Jahre 1345 ausstarb.

Über die Herren von Weingarten und die Eckbrechte von Dürkheim kam der Berwartstein 1347 an das dem Benediktinerorden gehörende Kloster Weißenburg. Mehr als hundert Jahre später, 1453, begab sich das Kloster unter den Schutz des Kurfürsten von der Pfalz, womit die Einräumung des sogenannten Öffnungsrechts verbunden war. Dies hätte dem Schutzherrn im Kriegsfall die unentgeltliche Nutzung des Klosters erlaubt. Gegen den Protest des Klosters, das sich weiterhin als Eigentümer sah, übergab 1480 Kurfürst Philipp der Aufrichtige die Burg seinem Marschall Hans von Trotha, regional auch „Hans Trapp“ oder (seltener) „Hans Trott“ genannt, zu erblichem Lehen. Unter dessen Herrschaft wurde sie weiter befestigt und erwarb sich den Mythos der Uneinnehmbarkeit. 1484 ließ der neue Burgherr südlich gegenüber der Hauptburg und 370 m Luftlinie entfernt ein Vorwerk mit einem 14 m starken Turm errichten, das später im Volksmund „Klein-Frankreich“ genannt wurde.

Im folgenden Jahr übereignete der Kurfürst auch das „Zugehör“ der Burg an Hans von Trotha. Dieser ließ, weil das Kloster Weißenburg wiederum heftig protestierte, kurzerhand die nahe Wieslauter aufstauen und entzog so dem 8 km abwärts gelegenen Städtchen Weißenburg das Wasser. Nach den (erwarteten) Beschwerden von Abt Heinrich, der von 1475 bis 1496 amtierte, sorgte der Ritter für das Einreißen des Staudamms und verursachte in Weißenburg eine gewaltige Überschwemmung. Das Kloster bat daraufhin Papst Innozenz VIII., gegen Hans von Trotha den Kirchenbann zu verhängen, was der Nachfolger Alexander VI. 1499, 14 Jahre nach der sogenannten Wasserfehde, auch tat. Um nicht ebenfalls dem Bann zu verfallen, musste sich sein bisheriger Gönner, der Kurfürst, von seinem Gefolgsmann lossagen. Schon 1496 hatte sich der römisch-deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. gezwungen gesehen, gegen den Ritter die Reichsacht auszusprechen. Hans von Trotha kümmerte dies alles bis zu seinem Tode (1503) nicht, und zwei Jahre später wurden sämtliche Sanktionen postum aufgehoben.

Der Ritter ging unter seinem volkstümlich verballhornten Namen Hans Trapp ins Sagengut der Region ein. Die Ereignisse um die Wasserfehde sind im Rittersaal der Burg bildlich dargestellt.

Als 1545 Hans von Trothas Sohn Christoph ohne männliche Nachkommen starb, erbte dessen Schwiegersohn Friedrich aus dem Geschlecht der Fleckensteiner die Burg. 1591 brannte sie nach einem Blitzschlag aus und wurde zur Ruine. In den folgenden Jahrhunderten wechselte der Berwartstein mehrfach den Besitzer, bis er 1893 an Theodor von Baginski (1845–1929) kam. Dieser ließ ihn innerhalb von zwei Jahren wieder – überwiegend nicht originalgetreu – ausbauen und wohnte dort von 1899 bis zu seinem Tod. Die teilrestaurierte Burg steht in Privateigentum und dient bis heute als Wohnung. Der Rittersaal wird als Restaurant genutzt, ist aber frei zugänglich.

Quelle: Wikipedia


   in Rhineland-Palatinate - Germany






Up