Discovery Castle

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Birkenfels Castle

France   Château du Birkenfels


Type: Castle
Construction started: 13th century
Status: Ruin
Sightseeing: free
Adress: 67530 Ottrott
France
Website: Le château de Birkenfels

Burg Birkenfels
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Die Ruine der Burg Birkenfels (französisch Château du Birkenfels, seltener auch Château de Birkenfels) steht zwei Kilometer südwestlich des Odilienbergs auf dem Gebiet der elsässischen Gemeinde Ottrott.

Da es über die Burg Birkenfels nur wenige urkundliche Zeugnisse gibt, stützt sich die Geschichte der Anlage nicht nur auf zeitgenössische Urkunden, sondern zusätzlich auf Baubetrachtungen und Grabungsergebnisse.

Eine erste urkundliche Erwähnung fand die Burg 1289, als König Rudolf von Habsburg den „Bergfels in dem Bann zu Ehenheim“ mit Zustimmung der Bürger von Obernai an Burkhard Beger („Burckart den wiser Beger“), einen Ministerialen des Bischofs von Straßburg, verlehnte. Die Beger sind ab 1200 als bedeutende straßburgische Dienstmannen bezeugt. In der nicht mehr erhaltenen und nur teilweise überlieferten Urkunde wurde festgelegt, dass der Lehnsmann alljährlich ein Pfund Wachs an die Liebfrauenkapelle in Obernai zu zahlen hatte, denn die Burg war wohl auf Geheiß des Bischofs Walter von Geroldseck durch Burkhards Vater Albrecht Wisseberger widerrechtlich auf Grund und Boden der Stadt errichtet worden. So etwas hält die Forschung nur für die Zeit des Interregnums für möglich, da der Straßburger Bischof lediglich von 1246 bis 1262 faktisch Herr über die eigentlich zum Heiligen Römischen Reich gehörenden Ländereien rund um Obernai und den Odilienberg war. Nachdem Konrad III. von Lichtenberg 1273 zum Straßburger Bischof und Rudolf I. zum König gewählt worden war, entspannte sich die Lage zwischen dem Hochstift Straßburg und dem Reich wieder, da Konrad als Freund der Habsburger bekannt war. Die Forschung datiert den Bau der Burg mehrheitlich auf die Zeit um 1260, lediglich Charles-Laurent Salch vermutet, dass die Anlage erst zwischen 1285 und 1289 entstanden ist. Als Grund gibt er den ähnlich lautenden, 1285 geschlossenen Lehnsvertrag für die unter gleichen Umständen entstandene Burg Kagenfels an. Er geht davon aus, dass auch für Birkenfels bereits früher eine offizielle Belehnung stattgefunden hätte, wenn die Burg zu jener Zeit schon existiert hätte.

Nach der Ersterwähnung findet sich in der Überlieferung lange Zeit nichts mehr über die Burg. Erst 1434 findet sie sich als „die zarge Birkenveltz“ in einer Urkunde wieder. Dort wird sie als Lehen des Caspar Beger und seiner Brüder genannt und als Reichslehen bestätigt, jedoch legt die Wortwahl nahe, dass sie zu jener Zeit eine Ruine war. Aufgrund der gefundenen Brandspuren im Inneren des Wohnbaus wird vermutet, dass die Anlage im 13. oder 14. Jahrhundert abgebrannt und bis 1434 nicht wieder aufgebaut worden war. Ausgrabungen im nördlichen Teil der Vorburg brachten allerdings zahlreiche archäologische Funde zutage, die eine intensive Nutzung der Burg im 15. Jahrhundert belegen, wobei früher zu datierendes Material völlig fehlt. Die Funde zeigen, in Kombination mit noch erhaltenen Mauerresten, dass die Burg im 15. Jahrhundert wiederaufgebaut und ausgebessert wurde. Thomas Biller und Bernhard Metz vermuten, dass die Burggeschichte wie folgt verlief:

Um 1260 begonnen, war die Anlage im Frühjahr 1262 ein weit fortgeschrittener Rohbau. Nachdem der Straßburger Bischof im März dieses Jahres gegen die Truppen der Straßburger Bürgerschaft in der Schlacht von Hausbergen eine Niederlage hatte hinnehmen müssen, verwüsteten die Straßburger erst Obernai und schickten dann eine Abordnung auf die Burgbaustelle von Birkenfels, um auch dort Feuer zu legen. Da die Familie Beger in der Folgezeit vorerst weder Gelegenheit noch Interesse am Weiterbau hatte, blieb Burg Birkenfels bis in das frühe 15. Jahrhundert eine Rohbauruine. Dann erst ließen die Besitzer die Anlage reparieren und weiterbauen, aber ohne jemals den Bergfried zu vollenden. Die lange Zeit als Ruine wäre auch ein möglicher Grund, warum die Burg für rund 150 Jahre nicht in Urkunden erscheint. Schon im Jahr 1465 residierten die Beger nicht mehr selbst auf Birkenfels, sondern ließen die Anlage durch ihren Burgvogt Fritsche von Nideck verwalten. Um 1470–1477 gaben sie sie als Afterlehen an Emmerich Ritter.

1521 wurden die Lehnsrechte der Familie Beger noch einmal von Kaiser Karl V. bestätigt. Als sie mit Matthias dem Unsinnigen 1532 im Mannesstamm ausstarb, zog der Kaiser das erledigte Reichslehen ein und gab es an seinen Vizekanzler Matthias von Held. Der verkaufte die Burg schon fünf Jahre später an den Straßburger Patrizier Conrad Joham von Mundolsheim, dessen Familie bis zur Französischen Revolution Besitzerin blieb. Aber auch sie bewohnte die Anlage nicht selbst, sondern ließ sie von Vögten verwalten. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde Birkenfels als Wohnsitz vollends aufgegeben und verlassen. In der Folgezeit verfielen die Gebäude und wurden von den Bewohnern der Umgebung als Steinbruch genutzt. Schon auf der von Daniel Specklin bis 1576 angefertigten Elsasskarte ist die Burg nicht mehr verzeichnet. Während der Revolution wurde die Ruine Eigentum der Stadt Obernai, der sie heute noch gehört.

Sie steht seit dem 16. November 1984 als Monument historique unter Denkmalschutz und ist frei zugänglich.

Quelle: Wikipedia


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