Discovery Castle

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Eguisheim Castle

France   Château d’Eguisheim


Type: Castle
Construction started: 13th century
Status: preserved
Sightseeing: private property
outdoor area free
Adress: 68420 Eguisheim
France

Burg Egisheim
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Die Burg Egisheim (französisch Château d’Eguisheim, auch Château de Saint-Léon oder – zur Unterscheidung von Haut-Eguisheim – Bas-Eguisheim genannt) ist eine Burg in der Ortsmitte der elsässischen Ortschaft Egisheim im Unterelsass, rund sechs Kilometer südlich von Colmar. Die umgangssprachlich falsch als Pfalz bezeichnete Anlage sticht aus den zahlreichen Burgen im Elsass durch ihren oktogonalen Grundriss mit zentralem, ebenfalls achteckigen Bergfried hervor, der in dieser Region nur noch von Wangen und Gebweiler bekannt ist. Die genaue Entstehungszeit der Burg ist bisher ungeklärt, als mögliche Erbauer kommen die Grafen von Dagsburg oder das Bistum Straßburg infrage. Forschungen in den letzten Jahrzehnten haben allerdings ergeben, dass die seit dem 19. Jahrhundert tradierte Behauptung, Burg Egisheim sei der Geburtsort des Papstes Leo IX., nicht schlüssig belegt werden kann. Die Anlage steht seit dem 27. März 1903 unter Denkmalschutz (heute ein Monument historique).

Die Etichonen, deren Nachkommen die späteren Grafen von Egisheim waren, hatten wohl schon früh Besitz in Egisheim, doch die Annahme, die dortige Stadtburg sei im 8. Jahrhundert durch Graf Eberhard, den Enkel des Herzogs Eticho, erbaut worden, ist unglaubwürdig. Diese früher oft gemachte Aussage fußt auf der erst im 12. Jahrhundert entstandenen Ebermünsterer Chronik, in der zu lesen ist, dass der 747 verstorbene Graf Eberhard auf der von ihm erbauten Burg Egisheim gewohnt habe. Neben dem Fakt, dass die Klostergeschichte erst vier Jahrhunderte nach dem eigentlichen Geschehen aufgezeichnet wurde und deren Richtigkeit deshalb eher zweifelhaft ist, wäre im Übrigen die nahe gelegene Burg Hoh-Egisheim (Wahlenburg, Dagsburg und Burg Weckmund) ein viel wahrscheinlicherer Wohnsitz für den Grafen Eberhard gewesen. Alle urkundlichen Erwähnungen eines castrums Egisheim in der Zeit vom 11. bis Mitte des 13. Jahrhunderts beziehen sich auf diese Höhenburg über dem Ort, der nach dem Aussterben der Grafen von Egisheim 1144 durch Erbschaft an die Grafen von Dagsburg kam. Mit dem Tod Gertrudes von Dagsburg, Tochter des Grafen Albert II., im Jahr 1225 starb auch dieses Geschlecht aus, und mehrere Parteien erhoben Ansprüche auf seine Nachfolge. Zu diesen zählten neben den Leiningern die Markgrafen von Baden, die Grafen von Pfirt und das Bistum Straßburg. Es entspann sich ein Erbfolgekrieg zwischen ihnen, der möglicherweise Anlass für den Bau der Stadtburg gewesen ist. Zumindest gelten die Grafen von Dagsburg oder ihre direkten Nachfolger als Erbauer der Anlage. Am 2. November 1226 kaufte der Straßburger Bischof Berthold von Teck den Markgrafen von Baden die beanspruchten Rechte auf Egisheim ab.

Aufgrund architektonischer Merkmale in Kombination mit der vorhandenen schriftlichen Überlieferung kann heute die älteste Bausubstanz und damit die Gründung der Anlage auf die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts datiert werden. Aus diesem Grund gilt die in älteren Publikationen oft zu findende Behauptung, die Burg Egisheim sei im Jahr 1002 der Geburtsort Brunos von Egisheim-Dagsburg, des späteren Papstes Leo IX., gewesen, als nicht belegbar. Die erste urkundliche Erwähnung, die sich unzweifelhaft auf die Egisheimer Stadtburg bezieht, findet sich in einem Straßburger Güterverzeichnis aus der Zeit des Bischofs Johann I., durch die bestätigt ist, dass Bertschin von Blienswilr (französisch Berschelin de Blienswiler) ein Viertel der Burg in der Stadt Egisheim in jener Zeit zu Lehen trug (quartam partem castri siti in opido Egensheim). 1348 war die gesamte Anlage im Besitz von Hans von Zellenberg, dem Vogt von Egisheim. 1444 vorübergehend von den Écorcheurs besetzt, befand sie sich kurz vor 1600 in schlechtem baulichen Zustand, sodass sie mit „geringen uncosten“ wiederhergestellt wurde. Während des Dreißigjährigen Kriegs diente sie als sicherer Aufbewahrungsort für den Kirchenschatz von Husseren-les-Châteaux.

Bis zur Französischen Revolution blieb die Burg Sitz der Straßburger Vogtei. Dann wurde sie als kirchlicher Besitz konfisziert und zu Nationaleigentum erklärt, das 1795 an privat verkauft wurde. Der neue Eigentümer ließ den Bergfried und den Torbau der Burg abtragen und die übrigen Gebäude zu Unterkünften für Tagelöhner umgestalten. Bei diesen Arbeiten wurde auch der bis dahin noch vorhandene Burggraben verfüllt. Nachdem die nachrevolutionären Bauten im Januar 1877 bei einem Feuer abgebrannt waren, wurden deren Reste noch im gleichen Jahr vollständig niedergelegt. 1885 erwarb der spätere Straßburger Bischof Peter Paul Stumpf die Burganlage im Namen seines Bistums, um dort eine Gedenkstätte für Papst Leo IX. einzurichten. Nach Plänen des Architekten Charles Winkler ließ er in der Zeit von 1886 bis 1895 an der Stelle des ehemaligen Bergfrieds die Leokapelle im neoromanischen Stil errichten. Anschließend folgte ab 1903 der Wiederaufbau des Logis unter Verwendung von noch erhaltenem Mauerwerk des Vorgängergebäudes. Dabei fügte Winkler dem Wohnbau einen Treppenturm und einen Balkon im Stil der Neorenaissance an. 1908 wurde die noch zu großen Teilen erhaltene Ringmauer der Anlage gesichert, von angelehnten Bauten befreit und restauriert. Bei den Arbeiten wurde das unter dem heutigen Bodenniveau befindliche Fundament des einstigen Bergfrieds entdeckt und freigelegt, später aber wieder zugeschüttet. Eine weitere Freilegung und Restaurierung der Ringmauer fand von 1988 bis 1989 statt.

Heute gehört die Burg der Gemeinde Egisheim, die sie als Veranstaltungsraum und für temporäre Ausstellungen nutzt. Nur im Rahmen solcher Veranstaltungen oder bei einer durch das örtliche Fremdenverkehrsamt ausgerichteten Führung können Besucher das Logis von innen besichtigen.

Quelle: Wikipedia


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