Discovery Castle

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Holstenhuus Manor

Danmark   Holstenhuus


Type: Castle, Manor
First mention: 1314
Status: preserved
Sightseeing: private property
Park area chargeable
Adress: Slotalleen
5600 Faaborg
Denmark
Website: Holstenhuus

Holstenhuus Manor
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Geschichte

Holstenshuus und der neulich restaurierte Park haben eine sehr lange Geschichte. Die frühesten Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 1314. Damals hiess das Haus Findstrupgaard, in den darauffolgenden Jahrhunderten gehörte es wechselnden Besitzerfamilien. lm Jahre 1707 erwarb Christian Holsten das Gut, und seitdem, seit mehr als dreihundert Jahren, gehört Holstenshuus der gleichen Familie, die aus den vielen Familiennamen heutzutage nur den Namen Berner führt.

Das erst bekannte Herrenhaus wurde 1579 als Fachwerkbau errichtet, 1644 wurde es mit einem grundgemauerten Nordflügel erweitert, dadurch entstand eine ostwärts gelegene Einfahrt. 1863-68 wurde das Schloss radikal umgebaut. Die ursprünglichen Fachwerkflügel wurden abgerissen, während man an den grundgemauerten Nordflügel zwei kleinere Flügel hinzufügte, so dass sich das Haus nun dem im Süden liegenden See zuwendet. 1889 folgten weitere Änderungen, und diese gaben dem Schloss die weithin gegenwärtige Form. 1908 zu Weihnachten ist das Schloss vollständig niedergebrannt, nur das originale Kellergewölbe hat das Feuer ohne Schaden überstanden. Auf dem 1644 gebauten Tönnengewölbe entstand das heutige Hauptgebäude in dem damals vorherrschenden nationalromantischen Stil. Heute wird Holstenshuus von Ditlev Berner, in der neunten Generation der Familie, weitergeführt. Das Schloss dient als Privatsitz der Familie. Das Schloss und umliegender Park umfassen 12 Ha. Land, weiter besteht das Gut heutzutage aus 600 Ha. Wald, 220 Ha. bewirtschaftetem Land und 20 historischen Anwesen, die vermietet werden. Das Gut wird wie ein Unternehmen geleitet, mit der begleitenden Achtung der naturpflegerischen und kulturellen Bedeutung. Den ausgewogenen Charakter zu erhalten ist eine stetige Aufgabe sowohl für die Eigentümer und Mitarbeiter als auch für die Besucher. Die Familie Berner/Holsten und ihre dreihundertjährige Verbindung mit dem Gut zeigt sich als Spiegel für die Geschichte des Gartens und hat inspierend auf die heutige Renovierung gedient. Zum Beispiel tragen die Brücken im Garten verschiedene Wappenschilder und Namenszüge der Generationen.


Der Garten

Der Garten in Holstenshuus wurde in den 1750'er Jahren angelegt. ln einer einmaligen Weise hat sich der Garten entwickelt, dank der fortschreitenden Veränderungen durch zwei aufeinander folgenden Gartenstile. Ursprünglich ist diese eine der wenigen formellen Rokokoanlagen in Skandinavien, die die Überlegenheit des Menschen über die Natur symbolisierte. ln der nächsten Periode beeinflusst der Englische Landschaftsgarten die Entwicklung des Parks. Der Rokokogarten wurde von dem deutschen Architekten G.D.Tschirscke entworfen. Der grossartige Entwurf beinhaltete ausser Symmetrie und klar abgegrenzte Wasserpartien eine Dreiteilung des Gartens: ein symmetrischer Parterregarten mit einer nord-südgerichteten Hauptachse, dann ein Nutz/Küchengarten, und westlich gelegen ein Bosquetgarten, ein Wäldchen, das zum spazieren einlädt. ln diesem Teil des westlichen Gartens hatte man die Grotte aus Findlingen aufgeführt.

Wie oben erwähnt, änderte der Garten sich gegen Anfang des 19. Jahrhunderts von der formellen Gartenkunst zu dem Englischen Landschaftsgarten mit seinen grossen Rasenflächen, gewundenen Pfaden und einzelstehenden Bäumen und Baumgruppen. Erst nach dem grossen Brand wurden die letzten Parterre-Beete geschleift. Trotz der grossen Änderungen kann man noch die Grundzüge des Rokokogarlens erkennen: in der Form der Alleen, und in den vielen Terrainregulierungen, die vorgenommen wurden. Letzteres ist besonders deutlich an der Hauptachse des Parterregartens vom Schloss ausgehend nach Norden. Hier erhebt sich der Garten auf scharf abgegrenzten Terrassen zu dem öffentlichen Weg hin. Der große Kreis aus Lindenbäumen stammt aus dem ersten Gartenentwurf der 1750'er Jahre. Der Obelisk in der Mitte wurde erst 1873 aufgestellt um den Baron Adam Holsten Charisius (1793-1879) zu ehren und ihm zu danken, weil er seinen Pächtern die Höfe als Eigentum übergeben hatte. Auch dieser Obelisk erzählt von der fortwährenden Rolle der Familie Holsten im Faaborger Raum. Die ursprüngliche Hauptachse beginnt am Schloss und setzt sich fort ausserhalb des unmittelbaren Schlossgartens, weiter durch den alten Tiergargarten bis zu einem Aussichtspunkt, einem Hügel aufgeschichtet in den 1850'er Jahren, "Steinhöhe" oder "Regitzehöhe" genannt, mehr als 100 Meter über dem Meeresspiegel.

Gegen Süden hat die Hauptachse ihre Bedeutung verloren, indem der Ostflügel des Schlosses 1868 aufgeführt wurde, genau dort, wo die Achse am Schloss entlang und weiter in die Landschaft hinausführte. In den Jahren 2008-2010 wurde der Park durch eine Donation des Realdania Fonds restauriert. Das Ziel war, die kulturellen Werte des Parks zu sichern und erhalten, und einen Garten-Plan für dieses Jahrhundert auszuarbeiten. Den Landschaftarchitekten Jens Hendeliowitz hat man für diese schwierige Aufgabe gewinnen können.

Zuerst galt es eine grössere Harmonie zwischen den Grundelementen des Parks - von der Rokoko Anlage bis zu dem Englischen Landschaftsgarten von heute zu erreichen. Der Neue Garten - Plan von Jens Hendeliowitz erreicht dieses Ziel durch Pflanzungen die, die formelle Rokokoachse nördlich des Schlosses hervorheben, und durch die verschlungenen Pfade, informelle Pflanzungen und die Wasserflächen wird der Englische Landschaftsgarten den Westen und Süden hervorgehoben. Kleinere klardefinierte Zeugnisse aus beiden Perioden werden erhalten.


Eine Erzählung über die Grotte und die Sequoien

Die Beiden, die Grotte und die Sequoien, sind Beispiele des historischen Geschehens dieses bemerkenswerten Parkes. Beide dauern fort um die gegensätzlichen Erinnerungen vorzustellen. Auf der einen Seite die menschlichen Versuche, die Natur zu beherrschen; auf der anderen Seite die Suche nach durchdringender und lebendiger Nähe in unserem Leben : die Natur als Geschenk zu verstehen.

Die Grotte

Die Rokoko Stein-Grotte wurde von Tschirscke schon 1752 entworfen, sie befindet sich im westlichen Teildas Parks, in der Nähe eines Wäldchens. Sowohl in den klassischen Perioden als auch im Rokoko wurden die Grotten als "Fluchtode" benutzt, die zwischen dem sogenannten "zivilisierten" Garten und der immer gegenwärtigen doch, "primitiven" Natur, die ausserhalb lag. ln Holstenshuus lauerte die wilde Natur unheilverkündend hinter den schützenden Höhen, westlich der Gartenachse. Später hat die Grotte eine romantische Veränderung erfahren, als in den späten 1800er Baron Adam Holsten Charisius von ltalienreisen mit der Statue eines bettelnden Mönches zurückkehrte, ohne Zweifel um die dunklen Mächte zu bannen! Ursprünglich war die Grotte von einem kleinen Pavillon gekrönt, sicherlich, um hier eine Tee-Stunde zu geniessen. Leider ist dieses Bild jetzt verschwunden. Das heutige Fachwerkgebäude wurde als Atelier 1916 errichtet in diesem Fall für die Kreativität eines Familienmitgliedes, das sich gewiss in geheimnisvoller Weise den symbolträchtigen lnhalt des Ortes bewusst war.

Die Sequoien

ln Übereinkunft mit der romantischen Suche nach der fortwährenden Nähe der Natur und nach der Kraft des Wassers, das Leben des Gartens ermöglicht, sehen wir zwei Mammutbäume, die Kaskaden, die in ein kleines Bassin fallen, einrahmen. Diese Nadelbäume stammen aus Californien, wo die grössten ihrer Art in Sequoia National Park stehen. Die Motivation für das pflanzen dieser mächtigsten und langlebigsten Bäume der Welt, einige sind mehr als 5000 Jahre alt, liegt vielleicht in dem Wunsch nach Fortdauer. Die Sequoien im Park von Holstenshuus sind jung. Es ist erst 140 Jahre her, dass Baron Holsten Charisius und der Förster Carl Bloch die Setzlinge aus Californien importierten. Die Bäume haben eine sehr dicke Borke, um Waldbränden zu widerstehen. Die höchste der Sequoien ist unter den grössten, die man in Nordeuropa findet, und man könnte deshalb nachdenken, ob sie noch 5000 Jahre im dänischen Klima überstehen werden. Nur die Elfen wissen es!

Quelle: Flyer Schlosspark Holstenhuus


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