Discovery Castle

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Marksburg Castle

Germany   Marksburg


Type: Castle
Construction started: 12th century
Last reconstruction: 20th century
Status: preserved
Sightseeing: chargeable
Adress: 56338 Braubach
Germany
Website: Marksburg

Marksburg
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Die Marksburg ist eine aus dem 12. Jahrhundert stammende Höhenburg oberhalb der rheinland-pfälzischen Stadt Braubach am Rhein, von der sie ihren ursprünglichen Namen Burg Brubach bezog. Sie steht auf einem Schieferkegel in 160 Meter Höhe und ist die einzige nie zerstörte mittelalterliche Höhenburg am Mittelrhein. Der verputzte Bruchsteinbau entstand zum Schutz und zur Verwaltung Braubachs und diente anfänglich auch als Zollburg.

Die Burg ist ein geschütztes Kulturdenkmal nach dem Denkmalschutzgesetz (DSchG) und in die Denkmalliste von Rheinland-Pfalz eingetragen. Des Weiteren ist sie ein geschütztes Kulturgut nach der Haager Konvention und mit dem blau-weißen Schutzzeichen gekennzeichnet. Außerdem ist sie seit 2002 Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

Ursprünglich hieß die Burg nach dem Ort am Fuße des Burgbergs Burg Brubach, in diversen Schreibweisen (Burgk Brubach, Burch Brubach, Burg Brubach). 1437 wird die Burgkapelle Sankt Markus erstmals erwähnt, da Philipp I. der Ältere von Katzenelnbogen der Burg einen Altar stiftete. Im Jahr 1574 wird die Burg zur Unterscheidung von der neuen zweiten Anlage am Rheinufer, der Philippsburg, urkundlich erstmals „Sankt Marxpurgk“ genannt, auch der Name Markusburch wird verwendet. Weitere Namensänderungen finden sich 1581 als Markenburch zu Braubach und 1583 Schloss Marxburg (auch „altes Schloss“ genannt). 1646/55 hieß die Anlage bei Matthäus Merian ebenfalls Marxburg. Die Schreibweise hielt sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Die in diesem Zusammenhang existierende Sage zur Namensgebung „Wie die Marksburg zu ihrem Namen kam“, in welcher der Evangelist Markus als Retter der Burg und ihrer Bewohner auftritt und so zum Namenspatron wird, ist keine gesicherte Realität, vor allem nicht, was die Umbenennung anbetrifft. Um diese Zeit war in Braubach und Umgebung sowie auf der gleichnamigen Burg bereits ein halbes Jahrhundert lang die Reformation eingeführt. Seit 1525 war demnach kein katholischer Burgkaplan mehr dort im Amt.

Obwohl urkundlich erstmals im Jahr 1231 Burgmannen in Braubach erwähnt werden, kann man davon ausgehen, dass die Marksburg schon vor 1219 existierte. Geschlossen werden kann dies aus dem Umstand, dass die Burg als pfalzgräfliches Lehen im Besitz der Herren von Eppstein war, deren Vertreter Gerhard II. von Eppstein sich seit 1219 Gerhard von Braubach nannte. Da jedoch bereits im 12. Jahrhundert ein edelfreies Geschlecht „von Braubach“ nachweisbar ist, wird vermutet, dass an gleicher (oder nahe gelegener) Stelle schon um 1117 eine Burg existierte. Die Eppsteiner erlebten seit Ende des 12. Jahrhunderts den Aufstieg zu einer der mächtigsten Familien des Hochmittelalters. Im 13. Jahrhundert stellten sie allein vier Mainzer Erzbischöfe.

1283 kamen Braubach und die Burg an die jüngere Linie der Grafen von Katzenelnbogen, namentlich Graf Eberhard I. Die ältere Linie des Geschlechts residierte zu dieser Zeit auf Burg Rheinfels bei Sankt Goar. Graf Johann II. († 1357) begann die Umgestaltung und Erweiterung der Burganlage im gotischen Stil und legte somit den Grundstein für das heutige Aussehen. Johanns Sohn Diether VIII. schloss den Ausbau ab. Auch in den Folgejahren des 15. Jahrhunderts kam es zu weiteren Bautätigkeiten: Johann IV. von Katzenelnbogen († 1444) veränderte die Burganlage zugunsten von Wohnansprüchen, jedoch unter Beibehaltung eines repräsentativen Charakters. 1437 wurde auf Burg Braubach die gestiftete St.-Markus-Kapelle erstmals erwähnt. Sie behielt aber weiterhin ihren alten Namen bis über das Ende der Katzenelnbogenener Zeit hinaus, erst im 16. Jahrhundert setzte sich der heutige Name Marksburg (über Markusburg, Marxburg) durch.

1479 fiel die Grafschaft Katzenelnbogen und damit die Marksburg an die Landgrafschaft Hessen. Landgraf Philipp der Jüngere von Hessen-Rheinfels bestimmte Braubach zum Witwensitz. Da die Marksburg zu dieser Zeit jedoch den gehobenen adeligen Wohnansprüchen nicht mehr genügte, wurde in den Jahren 1568 bis 1571 die schlossartige Philippsburg am Südende von Braubach gebaut, die von 1643 bis 1651 sogar als ständige Residenz des Landgrafen Johann des Streitbaren diente. Dieser war es auch, der gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges die stark vernachlässigte Marksburg wieder instand setzen ließ, doch seit dem Bau der Philippsburg wurde sie nie wieder als Adelswohnsitz genutzt. Nach dem Tod Johanns des Streitbaren kamen Braubach und die Marksburg an die Landgrafen von Hessen-Darmstadt.

In der napoleonischen Zeit des 18. Jahrhunderts war die Marksburg offiziell als Festung deklariert, diente jedoch praktisch als Invalidenunterkunft und Staatsgefängnis. Diese Funktion hinterließ in Form von Gefängniszellen im gotischen Saalbau der Anlage ihre Spuren, die im Jahr 1901 wieder entfernt wurden. In der Burgkapelle waren im gleichen Jahr noch Kritzeleien eines ehemaligen Insassen, des deutschen Freiheitskämpfers Germain Metternich, zu sehen. Auch als die Burg 1803 an das Fürstentum Nassau-Usingen und 1815 an das Herzogtum Nassau fiel, änderte sich an ihrer Verwendung nichts. Sie wurde weiterhin durch Angehörige des Militärs, in diesem Fall der Herzoglich Nassauischen Armee, verwaltet.

1866 endete die nassauische Regierungszeit über die Marksburg mit der Annektierung Nassaus durch Preußen nach dem Preußisch-Österreichischen Krieg, jedoch wurden in der preußischen Zeit keinerlei Baumaßnahmen durchgeführt, sodass die Burg immer mehr verfiel.

1900 nahm sich die Deutsche Burgenvereinigung der verwahrlosten Anlage an. Auf persönliche Initiative des Geheimrats Prof. Bodo Ebhardt und durch Fürsprache Kaiser Wilhelms II. erwarb der Verein die Marksburg zum symbolischen Preis von 1000 Goldmark (umgerechnet etwa 10.000 Euro) vom preußischen Fiskus. Er führte in den folgenden Jahrzehnten verschiedene bauliche Maßnahmen durch, die darauf abzielten, die vorhandene Bausubstanz zu sichern und der Burg ihr spätmittelalterliches Aussehen zurückzugeben. Dazu gehörte auch die Wiederherstellung des Butterfassaufsatzes 1905.

Im März 1945 musste die Deutsche Burgenvereinigung in ihren Bestrebungen herbe Rückschläge hinnehmen, als amerikanischer Artilleriebeschuss vom gegenüberliegenden Rheinufer die Marksburg erheblich beschädigte.

Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten bietet die Marksburg heute als Burgmuseum ein geschlossenes Bild einer relativ authentisch erhaltenen spätmittelalterlichen Burganlage. Im romanischen Palas hat die Deutsche Burgenvereinigung ihre Geschäftsräume und Büros, während die gesamte übrige Anlage zur Besichtigung freigegeben ist.

Von der ursprünglichen Einrichtung ist nichts erhalten. Die Innenräume beherbergen heute vielmehr ein Museum mit charakteristischen Ausstattungen, die seit 1900 durch verschiedene Stiftungen und Käufe zur Dokumentation des mittelalterlichen Ritter-Alltags zusammengetragen wurden. Die anschauliche didaktische Aufbereitung durch die Burgführer macht die Marksburg seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu einem attraktiven Ausflugsziel insbesondere für Familien mit Kindern. In Spitzenzeiten werden während des Sommers bis zu 6000 Besucher täglich gezählt, und es finden fortlaufend Führungen statt. Im Winter gelten verkürzte Öffnungszeiten, und es gibt stündlich eine Führung.

Die Deutsche Bundespost brachte am 13. Januar 1977 im Rahmen der Dauermarkenserie Burgen und Schlösser eine Briefmarke der Marksburg mit dem Wert von 60 Pfennig heraus. Die Marke erschien auch mit dem Aufdruck Deutsche Bundespost Berlin. Am 2. Januar 2015 brachte die Bundesrepublik Deutschland im Rahmen der Serie Sondermarkenserie Burgen und Schlösser eine Briefmarke der Marksburg mit dem Wert 62 Cent heraus.

Peter Lustig (verstorben am 23. Februar 2016) war Hauptdarsteller der ZDF-Kinderserie Löwenzahn. In der Folge 117 (Peter und der Geist der Marksburg) erkundete er die Marksburg am Rhein.

Quelle: Wikipedia


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