Discovery Castle

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Oldenburger Palace

Germany   Oldenburger Schloss


Type: Castle, Palace
Construction started: 15th century
Last rebuilding: 19th century
Status: preserved
Sightseeing: Museum chargeable
Adress: Schloßplatz
26122 Oldenburg
Germany
Website: Landesmuseum Oldenburg

Oldenburg Palace
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Das Oldenburger Schloss ist die ehemalige Residenz der Grafen (bis 1667), der Herzöge (ab 1785) und (ab 1815) der Großherzöge von Oldenburg in der Haupt- und Residenzstadt Oldenburg, heute in Niedersachsen gelegen.

Das Schloss gründet sich auf eine mittelalterliche Niederungsburg, die um 1100 von den Grafen von Oldenburg zur Kontrolle einer Fernhandelsstraße von Westfalen nach Ostfriesland angelegt worden war. Die einzelnen Gebäude mussten seinerzeit auf Pfahlroste aus Eichen gegründet werden. Erst im 15. Jahrhundert erhielt der in die Runde angelegte Komplex einen Ringgraben und wurde so zur Wasserburg. Auf kleinem Raum waren zahlreiche Wohn- und Wirtschaftsgebäude versammelt, die um 1600 einen Hofhalt mit ca. 350 Personen beherbergten.

Graf Anton Günther plante zu Beginn des 17. Jahrhunderts die Umwandlung der stark verschachtelten Bauten in eine regelmäßige Vierflügelanlage nach dem Vorbild italienischer Stadtpalazzi. 1607 begann Baumeister Anton Reinhardt mit ersten Mauerarbeiten. Sein Nachfolger im Amt war von 1609–1615 der italienische Architekt Andrea Spezza (1580–ca. 1628) aus Ronio. An der Ausarbeitung der Fassade im Renaissance-Stil war der Bildhauer Ludwig Münstermann (ca. 1575–1638) beteiligt. Das ehrgeizige Projekt kam jedoch spätestens zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges aus Kostengründen zum Erliegen. An den Ausmalungen war der Oldenburger Maler und Schreibmeister Johannes Kirchring (der Jüngere) beteiligt, dessen Vorschläge allerdings nicht mehr vollständig umgesetzt wurden.

Die letzten Reste der mittelalterlichen Burg mussten im 18. Jahrhundert wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Bei dieser Gelegenheit wurde auch der Burggraben größtenteils zugeschüttet. Die dänische Regierung fügte 1744 an den Kernbau des Grafen Anton Günther einen schlichten Annex für die Landesverwaltung an („Kanzleiflügel“). Mit dem Regierungsantritt der Gottorfer Herzöge erschien aus repräsentativen Gründen ein Erweiterungsbau mit Festsaal notwendig. Er wurde innerhalb von vier Jahren als Wohnsitz für den dänischen Statthalter und Minister Friedrich Levin Graf Holmer gebaut („Holmer-Flügel“). Dieser Aufgabe nahm sich Hofbaumeister Georg Greggenhofer (1719–1779) im Jahre 1775 an.

Ab 1817 ließ Herzog Peter Friedrich Ludwig (1755–1829) unter der Bauaufsicht des klassizistischen Baumeisters Heinrich Carl Slevogt (1787–1832) die Schlossinnenräume modernisieren und fügte einen weiteren Flügel für Hofküche und Bibliothek sowie zwei Wagenremisen an. Dieser „Bibliotheksflügel“ brannte 1913 ab, wurde jedoch umgehend in alter Form wiederaufgebaut. 1894 musste der dänische „Kanzleiflügel“ wegen Baufälligkeit abgebrochen werden. An seiner Stelle schuf Architekt Ludwig Freese (1859–1916) nach einem Entwurf von Ludwig Klingenberg (1840–1924) eine stilistische Fortsetzung des Anton-Günther-Flügels im Geschmack des Historismus. Kern dieses Neubaus ist der große Schlosssaal im Stil der Neorenaissance mit Deckengemälden des Bremer Malers Arthur Fitger (1840–1909).

Das Oldenburger Schloss beherbergt das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, ein Mehrspartenmuseum mit Sammlungen, deren Ursprünge teilweise im frühen 19. Jahrhundert liegen. 1923 wurde das Schloss Sitz des Landesmuseums für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg, zu dem auch das Prinzenpalais und das Augusteum gehören. Die Großherzoglichen Sammlungen bilden einen wesentlichen Grundstock für das heutige Landesmuseum im Schloss, wo Teile der Galerie Alte Meister mit europäischer Malerei vom 16. bis 19. Jahrhundert gezeigt werden.

Rund 800 kulturgeschichtliche Exponate verdeutlichen die Besonderheiten des Oldenburger Landes im Verlauf der Jahrhunderte, ausgehend vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert. Eingebunden in die Kunstgewerbesammlung im ersten Obergeschoss sind die Bestände des ehemaligen Kunstgewerbemuseums. Hier wird auf 400 Quadratmetern eine Entwicklungsgeschichte der angewandten Kunst von der Romanik bis in die 1930er Jahre gezeigt. Zu sehen sind unter anderem mittelalterliche Handschriften, Elfenbeinschnitzereien, Jugendstilensembles und Bauhausdesign. Im Bibliotheksflügel finden regelmäßig Sonderausstellungen statt. Die Prunkräume des Schlosses sind in den Rundgang einbezogen.

Quelle: Wikipedia


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