Discovery Castle

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Rheinfels Castle

Germany   Burg Rheinfels


Type: Castle
Construction started: 13th century
Satus: Ruin
Sightseeing: chargeable
Adress: Schlossberg
56329 St. Goar
Germany
Website: Burg Rheinfels

Burg Rheinfels
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Die Burg Rheinfels ist die Ruine einer Spornburg auf einem Bergrücken zwischen dem linken Ufer des Rheins und dem Gründelbachtal oberhalb von St. Goar gelegen. Nach ihrem Ausbau zur Festung war sie die größte Wehranlage im Mittelrheintal zwischen Koblenz und Bingen und wurde nur noch von der Festung Ehrenbreitstein übertroffen, die im Mittelrheintal oberhalb des rechtsrheinischen, gleichnamigen Koblenzer Stadtteils liegt. Seit 2002 ist die Burg Rheinfels Teil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal.

1245 wurde die Burg von Diether V. von Katzenelnbogen als Zollburg für die rheinaufwärts fahrenden Schiffe erbaut. Gemäß der einzigen zeitgenössischen Quelle wird in den Wormser Annalen unter dem Jahr 1256 erwähnt, dass Dieter V. den Landfrieden gegen Mainzer Bürger gebrochen habe. Dies beruht wahrscheinlich auf den seit längerer Zeit erhobenen Zöllen. Die darauf erfolgte Belagerung durch ein Heer des Rheinischen Städtebundes blieb wohl erfolglos; dadurch erlangte die Burg den Ruf, uneinnehmbar zu sein. Die wesentlich jüngere Quelle des hessischen Chronisten Wiegand Gerstenberg (1493) schmückt die Geschichte zu einem nicht nachweisbaren Ausmaß aus, das sich durch zeitgenössische Quellen nicht belegen lässt.

Im 13. Jahrhundert wurde die Grafschaft Katzenelnbogen in die Obergrafschaft im Gebiet um Darmstadt und in die Niedergrafschaft mit der Residenz Rheinfels geteilt. Um 1360–1370 erfolgte unter Graf Wilhelm II. von Katzenelnbogen (1332–85) ein großangelegter Ausbau der Kernburg. Weitere Ausbauten: das Frauenhaus (jetzt Museum) mit einem rheinseitigen Eckrundturm und einem hofseitigen Treppenturm sowie die mächtige Schildmauer, flankiert von zwei Türmen, Uhrturm und Büchsenmeisterturm. 1370 baute der Graf auf der gegenüberliegenden Rheinseite die Neukatzenelnbogen, Burg Katz. Dadurch wurde es möglich, auch von den rheinabwärts fahrenden Schiffen Zoll zu erheben (St. Goarer Doppelzoll).

Nachdem 1402 die Ober- und Niedergrafschaft wieder vereinigt wurden, blieb die Residenz auf Burg Rheinfels. Unter Graf Johann III. und seinem Sohn Philipp erlangte das höfische Leben im 15. Jahrhundert auf Burg Rheinfels seinen Höhepunkt. Nach neueren Erkenntnissen wurde erst unter Philipp der runde Bergfried erhöht und mit einem Butterfassturmaufsatz aufgestockt. (Gesamthöhe: 54 m). Das war der höchste bekannte Bergfried einer deutschen Burg, und man konnte bei klarer Sicht weit in Hunsrück und Taunus hineinschauen. Philipps Söhne Philipp der Jüngere († 1453) und Eberhard († 1456) starben früh; damit fielen Grafschaft und Burg 1479 an Landgraf Heinrich III. von Hessen-Marburg, der mit Anna, der Tochter Philipps, verheiratet war. In einem Jahrzehnte währenden Erbstreit mit dem Haus Nassau konnte sich der Landgraf behaupten. Mit Heinrichs Sohn Wilhelm III. starb seine Familie aus und Rheinfels fiel mit Marburg an Wilhelm II. von Hessen, der die gesamte Landgrafschaft Hessen wieder in einer Hand vereinigte.

Landgraf Philipp der Großmütige von Hessen ließ die Burg zu einem Renaissanceschloss umbauen. Nach seinem Tod wurde sie im Wege der Erbteilung unter seine Söhne Sitz der kurzlebigen Landgrafschaft Hessen-Rheinfels. Im Verlauf des Marburger Erbfolgestreites zwischen den Landgrafschaften Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt wurde die Niedergrafschaft einschließlich Burg Rheinfels durch das Reichshofgericht 1623 Hessen-Darmstadt zugesprochen. Landgraf Moritz von erkannte das Urteil jedoch nicht an. Die rechtmäßigen Besitzer mussten sich erneut an das Reichsgericht wenden. Ferdinand von Bayern, Kurfürst und Erzbischof von Köln, der das Urteil vollstrecken sollte, ließ die Burg 1626 belagern, und nach schweren Kämpfen wurde Rheinfels am 2. September 1626 an Hessen-Darmstadt übergeben.

Nachdem Landgraf Georg II. von Hessen-Darmstadt die Burg restauriert hatte, wurde sie abermals 1647 von Hessen-Kassel erobert. Am 14. April 1648 schlossen die beiden hessischen Landgrafschaften einen Vergleich, durch den die Burg Rheinfels und die Stadt St. Goar zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt geteilt wurden. 1649 machte Landgraf Ernst von Hessen-Rheinfels-Rotenburg, Sohn aus zweiter Ehe des vormaligen Landgrafen Moritz von Hessen-Kassel, Rheinfels zu seiner Residenz und baute es 1657–1674 zu einer umfangreichen Festung aus, die gegen Frankreich gerichtet war. Er begründete so die (zweite) jüngere Nebenlinie „Hessen-Rheinfels“, (später Hessen-Rheinfels-Rotenburg) des landgräflichen Hauses von Hessen-Kassel und residierte auf Rheinfels bis 1692.

Landgraf Ernst, in ständigen finanziellen Schwierigkeiten, schloss mit dem französischen König Ludwig XIV. einen Geheimvertrag ab, worin der diesem gegen hohe Rentenzahlungen Burg Rheinfels zu überlassen versprach. Landgraf Karl von Hessen-Kassel erfuhr rechtzeitig von diesem Vorhaben, nahm die Burg im Handstreich und verteidigte sie, mehrmals schwer belagert, gegen die Franzosen. Die Verteidigung der Burg erfolgte unter Georg Ludwig (1655–1696) von Schlitz genannt von Görtz, Generalmajor in Hessen-Kassel. Er wurde mit einer lebenslangen Statthalterschaft belohnt.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) unternahmen französische Truppen unter der Führung von Lieutenant-général Comte de Tallard im Dezember 1692 einen Angriff auf die Festung, der am Widerstand der Besatzung aus Hessen-Kassel scheiterte. Der Comte de Tallard hatte König Ludwig XIV. die Schlüssel der Festung Rheinfels als Neujahrsgeschenk versprochen. Bei einem Erkundungsritt auf dem Wackersberg im Kreise seiner Offiziere traf ihn die Kugel des Drechslermeisters Johann Kretsch, einem Mitglied der Schützenkompanie zur Verteidigung der Stadt St. Goar. Als Posten auf der Galerie der Stiftskirche richtete er seinen Doppelhaken (schweres Gewehr) auf denjenigen mit dem höchsten Federbusch. Trotz der für damalige Gewehre sehr großen Entfernung von 200 m traf er sein Ziel, die Kugel drang Tallard in die Brust und fuhr an der Seite wieder hinaus. Der als tollkühn bekannte Tallard musste schwerverletzt sein Kommando niederlegen; den Oberbefehl übernahm Maréchal de camp Thomas de Choisy. Die Belagerung geriet dadurch ins Stocken, was wohl zur Rettung der Festung beitrug. Zum Schluss standen 3.000 Verteidiger gegen 28.000 französische Soldaten. Bei zwei Sturmversuchen starben 4.000 Franzosen und 6.500 wurden verwundet; die Verteidiger beklagten 564 Tote und 885 Verwundete. Auch der zweite Angriff wurde abgeschlagen, und bei Herannahen des Entsatzheeres am 3. Januar 1693 unter Führung von Landgraf Karl von Hessen-Kassel, bestehend aus pfälzischen, brandenburgischen, münsterischen und vier hessischen Regimentern, zogen die Franzosen ab.

Landgraf Karl bemühte sich vergeblich, den deutschen Kaiser für seine Wünsche nach dauerndem Besitz der Burg Rheinfels geneigt zu machen. Verbündete fand er in England und den Niederlanden. Als diese beiden Länder 1713 mit Frankreich den Frieden zu Utrecht schlossen, wurde in dem Friedensvertrag auch die Bestimmung aufgenommen, dass Hessen-Kassel die Burg Rheinfels und die Stadt Sankt Goar behalten dürfe. Die Nachfahren von Landgraf Ernst I. von Hessen-Rheinfels-Rotenburg bestanden auf der Rückgabe aufgrund eines Urteils des Kaisers von 1711. Nach einem Rechtsstreit übertrug der Landgraf von Hessen-Kassel die Burg 1718 einem Enkel des Ernst von Hessen-Rheinfels-Rotenburg, dem Landgrafen Wilhelm dem Jüngeren von Hessen-Wanfried, der sich nunmehr Wilhelm von Hessen-Rheinfels nannte. Hessen-Kassel wurden die Besatzungsrechte der Burg im Kriegsfall eingeräumt.

Nach dem Tod Wilhelms von Hessen-Rheinfels (1731) übernahm sein Halbbruder Christian von Hessen-Wanfried, der sich nach Verlegung der Landgrafenresidenz nach Eschwege Christian von Hessen-Eschwege nannte, die Landgrafschaft Rheinfels mit der Burg. Bei einem erneuten Truppenüberfall im Jahre 1734 unter der Leitung des französischen Freikorpsführers Kleinholz mit 200 Dragonern und 800 Mann, erfolgte wieder eine Übergabe der Burg Rheinfels an Hessen-Kassel. In einem Hausvertrag von 1735 verzichtete schließlich Hessen-Eschwege-Wanfried auf die Besatzungsrechte der Burg und trat sie endgültig an Hessen-Kassel ab.

1755 starb Christian von Hessen-Eschwege-Wanfried als letzter Nachkomme der hessischen Nebenlinie Hessen-Wanfried und die Landgrafschaften Hessen-Eschwege und Hessen-Rheinfels mit St. Goar und der Burg Rheinfels fielen entsprechend dem Hausvertrag an Hessen-Rotenburg und verblieben dort mit Unterbrechungen bis 1815.

Als im Siebenjährigen Krieg (1756–1763) französische Truppen die Burg besetzten, gelang die Verteidigung gegenüber deren moderneren Wehrtechniken nicht mehr; Rheinfels wurde kampflos übergeben.

Kurze Belagerung und kampflose Einnahme der gesamten Festung durch französischen Revolutionstruppen im November 1794. Den Oberbefehl als Festungskommandant hatte Generalmajor Philipp Valentin von Resius, ein Greis von 77 Jahren. Die Festung selbst war bestens verproviantiert und die Besatzung mit 3000 Mann ausreichend, ohne die ganzen Besatzungen der benachbarten Geschützbatterien auf den umliegenden Anhöhen. Am 1. November 1794 an Allerheiligen nahm das Unglück seinen Verlauf, auf die Nachricht eines französischen Trommlers, dass bereits ein Belagerungsheer von 30.000 Mann zum Sturm bereit wäre, ging er mit der gesamten Mannschaft kopflos über eine fliegende Brücke auf die andere Rheinseite. Der Abzug der Besatzung erfolgte so überstürzt, dass die Außenposten vergeblich auf ihre Ablösung warteten und die französischen Truppen in der Festung noch die halbgedeckten Tische der letzten Mahlzeit vorfanden. Auf Grund der kampflosen Räumung seiner Festung, verurteilte ihn der Landgraf zum Tode, dieses Urteil wurde später nach Aberkennung aller Titel und Würden in lebenslange Haft umgewandelt. In Spangenberg wurde von Resius in Haft gehalten, bis ihn der Tod 1798 im Alter von 80 Jahren von der Gefangenschaft befreite.

Die französischen Revolutionstruppen zerstörten die Festung: 1796 wurden die vorgelagerten Festungswerke gesprengt, 1797 Schloss und Bergfried. 1812 wurde die Ruine als französisches Staatseigentum an den St. Goarer Kaufmann Peter Glass verkauft. Das beim Abbruch gewonnene Material wurde zum größten Teil beim Bau der Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz verwendet.

1815 trat der letzte Landgraf von Hessen-Rotenburg die Gebiete am Rhein (St. Goar und Rheinfels) an Preußen ab und erhielt als Ausgleich die Fürstentümer Ratibor und Corvey.

Nachdem die Ruine eine zeitlang Steinbruch war, kaufte sie 1843 Prinz Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Wilhelm I., der sie damit vor weiteren Zerstörungen bewahrte. Seit 1925 ist die Stadt St. Goar Besitzerin der Burg. Die Gemeinde nahm 1963/64 sowie in den 1990er Jahren Restaurierungen vor.

Seit 1973 beherbergt die Burg ein Hotel, das seit 2005 den Namen „Romantik Hotel Schloss Rheinfels“ trägt. 2003 wurde das Hotel von Gerd und Petra Ripp gekauft. Gerd Ripp war zuvor 25 Jahre Geschäftsführer des Schlosshotels.

Im Laufe ihrer Geschichte wurde die Burg vielfach in Urkunden, Aufzeichnungen und Akten erwähnt, in denen ihr Name in verschiedener Weise wiedergegeben wurde. Die unterschiedlichen Schreibweisen basieren auch auf dem Umstand des Sprachwandels und der fehlenden einheitlichen Rechtschreibung. Nach ihrer Fertigstellung im 13. Jahrhundert hieß sie zunächst Burg Rinefels (1252) oder Rynvels, später Rinvelz (1266) und "ante castrum Ryuels" (1271). Im Jahre 1300 wurde der heutige Name erstmals erwähnt: Rheinfels; 1316 hieß sie "comes de Rinuels", etwas später 1326/1338-42 wieder Rynvels und 1330 Rinvels, im 15. Jahrhundert (1464) etwas abgewandelt Rynfels und Rinfels. Weitere Schreibweisen waren (von 1480 bis 1580): Rinfelsch (1483), Rheynfelsch (1508), Rhinfelz (1555), Reinfelsch und Reinfelß. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde zeitweise der heutige Name Rheinfels verwendet (beschriftete Zeichnung von Wenzel Hollar 1635), Ende des 17. Jahrhunderts hieß sie Rheinfeltz und Rheinfelß (1690), seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts trägt sie ihren heutigen Namen. Die Namensvarianten Rhynfels und Rhinfels finden sich zuweilen auf englischen bzw. französischen Zeichnungen und Stichen des 18. und 19. Jahrhunderts.

Quelle: Wikipedia


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