Discovery Castle

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Wülmersen Manor

Germany   Gut Wülmersen


Typ: Manor, Water Castle
First mention: 1108
Last restauration: 20th century
Status: parts preserved
ruin
Sightseeing: museum chargeable
outdoor area free
Adress: Wülmersen
34388 Trendelburg
Germany
Website: Wasserschloss Wülmersen

Wasserschloss Wülmersen
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Wülmersen im nordhessischen Landkreis Kassel ist ein Weiler der Kleinstadt Trendelburg. Im Ort befindet sich das einstige Gut Wülmersen (umgangssprachlich auch Wasserschloss Wülmersen genannt), das früher ein landwirtschaftlich genutzter Gutshof war.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Wülmersen im Jahr 1108. Bei der Anlage handelt es sich um eine Schenkung des Bischofs Heinrich von Paderborn an das Kloster Helmarshausen für dessen Versorgung mit Lebensmitteln das Gut einst zuständig war. Als Tafelgut des Klosters diente Wülmersen ab dem Jahre 1108.

Zwischen den Jahren 1108 und 1540 war das Gut des Klosters Helmarshausen als Lehen an Ritterfamilien vergeben.

Im Jahr 1330 belehnte Abt Reimbold von Helmarshausen Gertrude von Markessen, die Ehefrau des Ritters Johann von Stockhausen sowie deren rechtmäßige Erben mit der "Villa" Wülmersen.

Seither waren die Familie von Stockhausen mit Dorf, Kirchlehen und Vogtei zu Wylmerssen belehnt, in deren Besitz die Anlage bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts verblieb.

Als erste Gebäude wurden Herrenhaus, Stallgebäude, Ellerburg und Trockenhaus erbaut.

Später kamen Brauhaus, Schmiede, Glockenturm und Torhaus hinzu. Mit dem Bau des neuen Herrenhauses wurde 1802 begonnen.

Über Jahrhunderte hinweg hatte Wülmersen besonders als großer Wirtschaftshof mit zum Teil intensiver Tierhaltung auf fetten Weiden Bedeutung. Ebenso gehörte der Getreideanbau zum Gut und noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts arbeiteten hier bis zu acht Pferdegespanne bei der Ernte.

Zu seinem Namen Wasserschloss kam das Anwesen nach dem 30-jährigen Krieg, als Wassergräben gezogen wurden. Durch eine Ableitung der Holzape entstand aus dem Rittergut ein Wasserschloss.

In einer Urkunde aus dem Jahr 1778 wird Wülmersen nicht mehr als Dorf sondern als "ein Hof, am rechten Ufer der Diemel" beschrieben, "eine kleine Stunde unterhalb Trendelburg, eine halbe von Helmarshausen, gehört denen von Stockhausen...".

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wülmersen an die Hessische Heimat verkauft und es wurden landwirtschaftliche Höfe für heimatvertriebene bäuerliche Familien aus den deutschen Ostgebieten errichtet, wodurch der Weiler Wülmersen entstand. Der mittelalterliche Kern der Hofanlage blieb allerdings lange Jahre herrenlos und ungenutzt, bevor im Jahre 1987 mit Sanierungsarbieten begonnen wurde.

Zwei Wassermühlen befanden sich einst in Wülmersen, im Holzapetal und im Diemelbogen, wo an der Zufahrt zum Hofgut zwischen 1921 und 1924 ein Wasserkraftwerk erbaut wurde. Seit 1987 gibt das hier entstandene Technikmuseum Einblicke in die Entstehung und Entwicklung der Elektrizitätsversorgung.

Die Gebäude des Gutshofs waren lange Zeit dem Verfall preisgegeben. 1987 erwarb der Aus- und Fortbildungsverbund (AuF) im Landkreis Kassel das Wasserschloss. Arbeitslose Jugendliche und Handwerksbetriebe begannen auf Inititative des Landkreises Kassel mit der Sanierung.

So entstanden im ehemaligen Stallgebäude eine Gruppenunterkunft für Selbstversorger und ein angegliederter Zeltplatz für 120 Personen.

Weiterhin hat der Landkreis Kassel in einem Stallgebäude aus dem 19. Jahrhundert das sehenswerte LandMuseum Wasserschloss Wülmersen eingerichtet.

Das LandMuseum veranschaulicht das landwirtschaftlichen Leben und Arbeiten und in einem ehemaligen Stallgebäude finden Wechselausstellungen zur Kulturgeschichte, Volkskunde, Regionalgeschichte und Agrartechnik statt. Zur Sammlung des Museums gehören mehr als 1000 Exponate aus Handwerk, Forst- und Landwirtschaft.

Im August 2012 richtete die Stadt Trendelburg eine neue Außenstelle im Wasserschloss und einen Raum für standesamtliche Trauungen ein. Am Samstag, 11.8.2012 fand hier die erste Hochzeit statt.

Quelle: regiowiki.hna.de


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